Auschwitz-Drama zeigte Banalität des Bösen
Der Kinobesuch stellt für das Berufliche Gymnasium eine willkommene Abwechslung im Schulalltag dar und bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen. Oftmals werden Filme ausgewählt, die nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen. Zum Halbjahreswechsel fiel die Wahl auf den Film The Zone of Interest, der durch seine innovative Machart und tiefgründige Thematik für viel Diskussion sorgte.
Der Film setzt sich mit dem Holocaust auseinander, erzählt jedoch aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Die Geschichte spielt im Umfeld eines Konzentrationslagers und beleuchtet das Leben der Angehörigen eines SS-Offiziers, der direkt an den Verbrechen beteiligt ist. Anstatt sich auf die direkten Schrecken zu konzentrieren, nutzt der Film Geräusche und Soundeffekte, um eine Atmosphäre der Normalität zu erzeugen, die das Böse subtil unterstreicht. Die Montage alltäglicher Szenen, die in scharfem Kontrast zu den im Hintergrund stattfindenden Grausamkeiten stehen, verstärkt das Gefühl der Entfremdung und lässt die Zuschauer an der menschlichen Natur zweifeln. Wie sind Menschenin der Lage, Gräueltaten zu ignorieren oder zu rechtfertigen? Der Film forderte dazu auf, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen und die Mechanismen des Bösen zu hinterfragen. (Marz)
