Markus Hofmann hilft Schülern sich richtig erinnern zu können

… in der Hälfte der Lernzeit doppelt so gute Noten zu schreiben …

(Ein Bericht von Kira Knieper und Phil Wermann aus der TBM)

Die richtigen Wege zeigte Markus Hofmann.

Am Montag,18.09.2017, war Markus Hofmann zu Gast am Freiherr-vom-Stein Berufskolleg, um uns Schülern, aber auch Lehrern und bei einer Abendveranstaltung dem interessiertem Publikum Hilfestellungen zum Lernen und Merken zu zeigen.

Zu Beginn des Vortrages war ich etwas skeptisch, ob das Gedächtnistraining tatsächlich funktionieren würde, da ich selbst schon verschiedene Sachen zum Lernen, sei es Schule oder Alltag, probiert habe. Doch ich muss sagen, ich war positiv überrascht, denn durch seine lustige und freundliche Art gepaart mit dem bayrischen Akzent, konnte man gut zuhören und sich gut konzentrieren.

Herr Hofmann hat uns am Anfang versucht zu erklären, wie sein „Prinzip“ des Gedächtnistrainings aufgebaut ist: Denn wo tut der Postbote die Post hin? –Richtig, in den Briefkasten und nicht etwa in die Mikrowelle oder ins Badezimmer. Und genau so sollten wir uns das auch denken, wir müssen uns Briefkästen erstellen. Ein einfaches Beispiel war der Körper: 1 sind die Zehen, 2 die Knie, 3 die Oberschenkel, 4 das Gesäß, 5 die Taille, 6 die Brust, 7 die Schultern, 8 der Hals, 9 das Gesicht und 10 sind die Haare. Anschließend sollten wir „Einkaufen gehen“: gebraucht werden Schokolade, Jägermeister, Kondome, Cola, Waschpulver, Milch, Chips, Gleitgel, Zigaretten und Bier.

Durch witzige, übertriebene und/oder erotische Geschichten zu den einzelnen Produkten können wir uns Dinge leichter merken und vor allem uns besser dran erinnern. Um das Beispiel weiter zu führen; die geschmolzene Schokolade quillt durch die Zehen; der Jägermeister sprudelt aus unserem Knie, nachdem wir uns unsere Kniescheibe mit einem Brecheisen ausgehebelt haben; naja, bei dem Kondomen muss man jetzt nichts zu sagen :D; mit dem Gesäß, Po, Arsch, wie auch immer, lässt sich doch prima eine Colaflasche als eine Art Flaschenöffner öffnen; das Waschpulver schießt aus unserem Bauchnabel direkt in die Maschine; klar, die Milch kommt bei den Frauen aus der Brust; die Chips auf der Schulter sind fettig und wenn man mit der Hand draufdrückt hören wir das Knacken; wenn man ein enges Hemd anhat und der Kragen am Hals kratzt, benutzt man Gleitgel, dann fluppt es gleich besser; die Zigarette kann durch das eine Nasenloch rein, wird dann gefiltert und kommt auf der anderen Seite wieder heraus; und zu guter Letzt laufen wir mit einem Bier auf dem Kopf (Haaren) herum.

Man muss jedoch dazu sagen, dass eine solches Gedächtnistraining ohne die intrinsische Motivation, also ohne Eigeninitiative, nicht möglich sein wird. Denn wenn man von Anfang an sagt, das klappt eh nicht, dann wird es auch nichts. Man soll sich ein Ziel setzen!

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es ein sehr lehrreicher Vortrag war, sowohl mittags mit den Schülern, als auch die eigentliche Abendveranstaltung. Jedoch muss man es auch zulassen, mal über seinen eigenen Schatten springen und aus seiner Komfortzone herauskommen:

„Geist ist geil!“

Begleitet wurde die Abendveranstaltung durch die Lehrerband ‚Rotstiftpause‘ und durch den Förderverein unseres Berufskollegs und das regionale Bildungsbüro des Kreises Unna gefördert.

 

Desweiteren wurde es uns ermöglicht, ein kleines Interview mit Herrn Hofmann zu führen:

Wie sind Sie auf die Thematik Gehirntraining gekommen?

vlnr: Phil Wermann, Markus Hofmann, Kira Knieper, Helmut Gravert

„Ich habe einen Vortrag von meinem Partner Gregor Staub besucht, und dort habe ich gemerkt, dass ich ein gutes Gedächtnis habe und konnte dieses meinen Mitschülern zeigen. Dabei habe ich gemerkt, dass ich ein Faible habe dieses anderen Menschen zu erklären. Ich war früher bei einer Bank und war am Abend und am Wochenende studieren. Dabei habe ich nach Techniken gesucht, um in der Hälfte der Lernzeit doppelt so gute Noten zu schreiben und das hat hervorragend funktioniert: mein Notendurchschnitt hat sich von 3,2 im Abitur auf 1,3 im Studium gesteigert, bei der Hälfte der Lernzeit.“

Hätten Sie sich zu Schulzeiten vorstellen können Gedächtnistrainer zu werden?

„Nein, Gedächtnistrainer erst mal nicht. Ich habe meine Techniken erst mal für mich selbst angewandt. Und dann habe ich durch das Erzählen anderen Menschen gegenüber gesagt, das macht mir so viel Spaß, ich kündige bei der Bank und habe mich ganz auf das Thema konzentriert.“

Haben Sie Unterschiede bei den Vorträgen verschiedenster Altersgruppen?

„Ich habe ja alles von Schüler über Studenten über Angestellte über Geschäftsführer über Vorstände über Professoren bis hin zu Senioren. Ich habe also die komplette Breite und jeder hat das gleiche Problem. Es gibt ein paar die zurückhaltender sind wie z.B. Juristen oder Mediziner, aber im Grunde genommen ist jeder der bildlich denken kann, aufgeschlossen für dieses Thema.“

Wie steht ihre Familie dazu, dass Sie Gedächtnistrainer hauptberuflich sind?

„Davon lebe ich, meine Frau hat mich hierhergeschickt obwohl mein Sohn morgen Geburtstag hat. Trotzdem hat Sie gesagt, komm fahr dorthin und zeig es denen und ich werde dafür bezahlt. Mein kleiner Sohn ist 7 Jahre alt und kann die Körperliste rauf und runter und er kann mit ihr arbeiten, das ist super.“

Wir hatten ja in Ihrer Vorführung gerade eine Einkaufsliste, brauchen Sie noch eine Einkaufsliste oder können Sie sich so alles merken was Sie brauchen?

„Nein, ich mache alles mit der Körperliste. Ich merke mir alles mit meinem Körper egal was.“

Wie viele Sachen können Sie sich merken?

„Für Schlag den Raab hatte ich 8000 Einzelinformationen. Ein paar habe ich wieder vergessen, weil ich diese nicht wiederholt habe aber für die Sendung war ich richtig gut.“

Wie lange haben Sie dafür gebraucht?

„2 ½ Wochen“

Was würden Sie mit 3 Wünschen machen?

„Das ist echt eine gute Frage. Ich würde mir wünschen von allem mehr Freizeit zu haben, dass ich die Welt kennen lerne und ihre Kulturen. Weil mehr Geld ist ja eigentlich bloß Freizeit, Geld ist ein Puffer für Freizeit und ein Speicher. Viele sagen ich will mehr Geld haben, aber ich möchte mehr Zeit haben. Wenn es nur noch Zeit geben würde, dann würde ich mir ein Segelboot kaufen und um die Welt segeln, das ist ein Wunsch von mir.“

Was war Ihr Lieblings Schulfach?

„Sport ganz klar! Ich war Leistungssportler. Ich habe mich bis 1997 auf Olympia vorbereitet, ich habe Judo gemacht. Ich war 5-mal in der Woche beim Training und am Wochenende habe ich Wettkämpfe bestritten. Und bis 97 wollte ich eigentlich noch nach Sidney, leider Gottes hatte ich einen Unfall und da ist es dann leider begraben worden.“

War es ihre beste Entscheidung Gedächtnistrainer zu werden?

„Absolut, also damals hat sich keiner gedacht, dass ich mal diesen Weg so bestreite. Ich habe damals gesagt, ich möchte der beste Gedächtnistrainer Europas werden. Und da stehe ich jetzt: und sage ich mir und was nun? Das Interessante, was ich erkannt habe, ist, dass das Ziel nicht das Ziel ist, sondern das der Weg hierhin das Ziel war, weil das hat am meisten Spaß gemacht. Alles auf zu bauen, um die Marke zu errichten, Menschen kennen zu lernen, den Vortrag zu gestalten. Der Weg dahin war das Ziel und im Prinzip ist es da so, dass ich sage, ich hätte mir niemals geträumt, dass ich hier stehe und sowas mache, aber es ist irgendwie total cool. Ich kann andere Menschen motivieren, begeistern, zum Lachen bringen und ich kann denen helfen ein besseres Leben zu haben, weil sie sich mehr merken können. Ich kann Schüler leichter durch die Schule helfen, ich kann Menschen helfen Namen und Gesichter abzuspeichern. Das ist ein wichtiges Thema und das erfüllt mich derzeit wirklich.“

Was würden Sie in der Zukunft noch gerne machen?

„Ein neuer Vortrag. Ein bisschen tiefer in das Thema Gedanken hinein, diese inneren Lernprogramme, die wir haben, die inneren Glaubenssätze, die wir haben. Einen neuen Vortrag zu entwickeln in die Richtung geht’s.“

Wie finden Sie Gehirntrainings Apps?

„Wenn du die noch nie gemacht hast, dann ist es super. Allerdings wenn du das dann 2-3 Wochen gemacht hast und weißt wie das funktioniert, dann ist es nichts mehr Neues und dann  hat sich das Gehirn daran gewöhnt, es braucht etwas Neues. Einmal durch springen ist ok, aber nicht immer.
Spielst du Sudoku?“

Ja.

 „Wie lange?“

6-7 Jahre.

„Dann darf ich dir sagen, dass Sudoku kein Gehirnjogging mehr für dich ist, weil was passiert? – du nimmst das Blatt in die Hand und weißt sofor,t wie du die Kästen ausrechnen musst. Sudoku ist für dich eher was?“

Zeitvertreib.

„Zeitvertreib, Entspannung, aber es ist kein Gehirnjogging mehr! Also musst du dir was Neues suchen.“

Wie finden Sie das Freiherr-vom-Stein Berufskolleg Werne?

„Super, es ist klasse. Es hat sich ja jemand bereit erklärt, das alles zu organisieren und das finde ich ja immer sensationell, weil oft ich in meinen Vorträgen bin und sag ich komm (auch an Schulen). Dann habe ich hunderte, die dann dastehen. Ich habe ja in der Zeit schon 300.000 Menschen in meinen Vorträgen gehabt in den letzten 15 Jahren mit 1.800 Firmen. Und jetzt kommen so viele Menschen zu mir und sagen: ‚Mensch super kommen sie zu mir an die Schule‘, dann sag ich ‚ja, mache ich gerne.‘ Dann sagen die: ‚Ja Herr Hofmann, ja wer organisiert das denn immer?‘ Da sag ich: ‚3-mal dürfen sie raten‘ und dann wird es: ,Ach, ehm – ich gebe es mal weiter‘. Und dass sich dann mal jemand wirklich hinsetzt und sagt: ‚Ich mach das, ich setzte das irre um‘, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Und von der Seite bin ich gerne hierhergekommen.“

 

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